Fragen sie Frau Andrea

Indian Summer

Stadtleben | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Guten Tag, liebe Frau Dusl,

ich hätte da eine Frage: Im Zusammenhang mit dem kaum vorhandenen Sommer heuer und dem hoffentlich doch noch schönen Herbst ist immer wieder vom "Indian Summer" zu lesen. Was ist das genau und was hat das mit Wien zu tun? Vielleicht beraten Sie sich ja mit Ohm Dom Kom?

Chips Herrot, Rüdesheim

Lieber Chips,

ein "Indian Summer" ist das monumentale Aufflackern von Farbe und Temperatur im Herbst, vorzugsweise im Osten Kanadas und in Neuenglandstaaten wie Maine, Vermont oder Connecticut. Indianische Sommer sind berühmt für das knallorange und feuerrote Farbspiel der spätherbstlichen Ahornwälder und für eine lokale Klima-besonderheit, den Wiederanstieg der Temperaturen auf deutlich über zwanzig Grad Celsius. Ein richtiger "Indian Summer" - so heißt es - kann immer erst nach einem richtig langen und ausgiebigen Frost kommen, manchmal sogar erst im November oder Dezember. Der Ursprung der Bezeichnung hat mit der indianischen Urbevölkerung der Neuenglandstaaten zu tun, die den Spätherbst als Jagdsaison nutzte. Indianische Sommer sind in Österreich aus klimatischen Gründen selten - auch deswegen, weil in Schnitzelland Wälder aus Fichtenmonokulturen dominieren. Wien hätte dank des Wienerwaldes eine Chance auf das eine oder andere indianische Sommerchen. Ohm Dom Kom heißt bekanntlich Om Dhom Khom und arbeitet an einem Comeback.

dusl@falter.at


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