Was Graz will

HERMANN GÖTZ | Steiermark Kultur | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

THEATER Intendant Mathias Fontheim eröffnet seine letzte Saison am Grazer Schauspielhaus mit Shakespeare und einer Johannes-Schrettle-Uraufführung. 

Wenn ein scheidender Intendant seine Abschiedssaison mit "Was ihr wollt" eröffnet, dann dürfte das aller Wahrscheinlichkeit nach - wie schon bei Shakespeare - als programmatisches Versprechen gemeint sein. Fragt sich nur, wem da was versprochen wird. Dem Publikum? Der Presse? Der Stadt?

Auffällig jedenfalls ist an Fontheims letzter Saison die starke Präsenz von Grazer Autoren oder Themen. Und auch seinen selbst inszenierten Eröffnungs-Shakespeare hat Fontheim mit einer guten Portion Lokalkolorit versehen, indem er dem Grazer Kabarettisten Rudi Widerhofer die Rolle des Narren überließ, die dieser als launiger Conférencier seiner selbst zu mehreren monologischen Aus- und Abschweifungen nutzt. Dass Fontheims Inszenierungen dem Publikum gut trainiertes Sitzfleisch abverlangen, sind die Grazer gewohnt. Diesmal sorgen die Freiheiten, die

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