Wo das Böse wohnt

Interview Florian Klenk, Nikola Langreiter und Klaus Taschwer | aus FALTER 39/05 vom 28.09.2005

Wiener fühlen sich sicherer als Bewohner vergleichbarer Städte, sagt der Kriminalsoziologe Wolfgang Stangl. Er weiß, warum. Die Politik will trotzdem nicht so gern auf Sozialwissenschaftler wie ihn hören. Und manche seiner Studien müssen sogar geheim bleiben.

heureka: Herr Stangl, wovor fürchtet sich ein Kriminalsoziologe in Wien?

Wolfgang Stangl: Kriminalsoziologen in Wien sind generell furchtlos. Und in unserer Furchtlosigkeit sind wir gar nicht die Ausnahme. In Wien fürchtet man sich nämlich vergleichsweise wenig.

Verglichen mit welchen anderen Städten?

Verglichen zum Beispiel mit Budapest und Krakau. Wir haben kürzlich in der "INSEC"-Studie gemeinsam mit Kollegen die Sicherheitsbedürfnisse der Städte Amsterdam, Budapest, Hamburg, Krakau und Wien erhoben. Und in Budapest und Krakau ist man - zumindest aus meiner Sicht - über die Maßen ängstlich. In diesen beiden Städten gibt es eine große Divergenz zwischen dem objektiven Maß an Unsicherheit und dem, wie sich die Leute

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