Der Zauberlehrling

VERENA RINGLER | Vorwort | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

KOMMENTAR Die Kluft zwischen Türkei-Rhetorik und Türkei-Politik hat sich in Österreich seit einem Jahr verbreitert. 

Kaum ein türkischer Beobachter konnte das Drama der letzten Tage wirklich verstehen. Nicht Zypern, nicht Frankreich, nicht die CDU, nein, die kleine Alpenrepublik gerierte sich als unüberwindbares Hindernis auf dem Weg nach Europa. Den ironischen Hinweis auf frühere (gescheiterte) Versuche, Wien einzunehmen, konnte man auch in Istanbul vernehmen. Richtig ernst nehmen konnte das dort niemand. Bei Griechenland, erklären die türkischen Kollegen, hätte man Hinweise auf die Geschichte ja noch irgendwie verstehen können, doch bei Österreich? Den Glauben an die Berechenbarkeit österreichischer Außenpolitik hatte man allerdings schon aufgegeben.

  Dies jedoch ist ein Irrtum. Tatsächlich war Österreich gar nie gegen einen EU-Beitritt der Türkei, jedenfalls nicht die Regierungen. Seit 1999 haben zwei Kanzler, drei Außenminister und zwei Bundespräsidenten alle europäischen

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige