3 FRAGEN AN ... Bernhard Perchinig

"Schulpflicht ab vier Jahren"

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

Deutsch statt: Nix verstehn" plakatiert die Wiener FPÖ. Und ortet das Problem schon bei den Zuwandererkindern in der Volksschule. In manchen Wiener Klassen gebe es gar achtzig bis neunzig Prozent Kinder nichtdeutscher Muttersprache, das schlage sich auf "das allgemeine Bildungsniveau extrem negativ nieder", meinen die Blauen und verweisen auf Österreichs schlechtes Abschneiden bei der Pisa-Studie. Sind die Zuwandererkids für die schlechten Pisa-Noten verantwortlich? Der Migrationsforscher Bernhard Perchinig von der Akademie der Wissenschaften antwortet.

Falter: Wie viele Kinder ohne deutsche Muttersprache sitzen in den Wiener Schulen, und hauen die das Bildungsniveau zusammen?

Bernhard Perchinig: Grundsätzlich: Nichtdeutsche Muttersprache bedeutet noch lange nicht, dass ein Kind nicht Deutsch kann. Laut den Zahlen des Ministeriums von 2002/2003 gibt es in den Wiener Pflichtschulen durchschnittlich 43 Prozent Schüler, die nicht Deutsch als Erstsprache haben, bei den allgemeinbildenden


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