"Innere Erstickung"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

POLIZEI Späte, unverhoffte Wendung im Fall Cheibani Wague: Ein Gerichtsgutachter weist nach, dass der Afrikaner erstickte und nicht an Herzversagen starb. 

Nur wenige Tage, nachdem der Mauretanier Cheibani Wague im Wiener Stadtpark unter den Füßen von Einsatzkräften ums Leben gekommen war, schien der Fall für die Wiener Gerichtsmedizin klar. Wague habe ein schwaches Herz gehabt, das der heftigen Amtshandlung im Stadtpark leider nicht gewachsen gewesen sei, befand Gerichtsmediziner Daniele Risser. Jenes Video, das die nächtliche Amtshandlung festhielt, erwähnte er mit keinem Wort. Auf dem Video, das ein Anrainer am Heumarkt mitgeschnitten hatte, war zu sehen, wie Beamte den Afrikaner mit den Beinen und Knien am Boden fixierten und wie der Notarzt, Hände im Hosensack, daneben stand. Polizeipräsident Peter Stiedl und der damalige Innenminister Ernst Strasser hielten die Amtshandlung für "vorschriftsmäßig", Kritik an der Amtshandlung wiesen sie als "nicht nachvollziehbar" zurück.


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