FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

Schon öfter war an dieser Stelle eine Thomas-Gottschalk-Schmähung zu lesen. Nein, dass ist jetzt nicht schön langsam fad und ich bin auch keine Hasspredigerin - ich betreibe nur Feindbeobachtung, wie das einst das halbe Land mit Jörg Haider tat. Gottschalk steht für diese Idee von Unterhaltung als Volksverblödung, die Leute immer schön unten halten und nur keine unangenehmen Fragen stellen. Interessant auch, dass der selbsternannte Moderatorenkönig seit Jahren keine neue Unterhaltungsfigur mehr neben sich hochkommen lässt. Einer mit Entertainerpotential wie Günther Jauch verheizt sich ja in quasi täglichen Quiz-Quatsch-Sendungen auf RTL und schaut schon aus wie ein magenkranker Finanzbeamter. Gottschalk hat also leichtes Spiel und wenn er nicht gerade sexistischen Blödsinn verzapft oder offensichtlich gelangweilte Filmstars mit Nona-Fragen anschleimt, erkennt man, dass man sich über "Wetten, dass...?" nicht mal mehr richtig ärgern kann. Diese Sendung ist einfach ein großes Nichts, gemacht fürs TV-Volk, das sich für nichts interessiert. Ich werde mich mit Gottschalk nicht mehr beschäftigen müssen.


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