Verhinderte Erinnerung

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

KULTURPOLITIK Der Wiener Orpheus Trust erforscht und dokumentiert das von den Nazis verfolgte Musikleben in Österreich. Ausgerechnet im heurigen Gedenkjahr steht er nun vor dem Aus. 

Wie heikel der Versuch ist, die großen Themen dieses Gedenkjahres 2005 - NS-Diktatur, Weltkrieg, Besatzung - mithilfe mehr oder weniger künstlerischer Aktionen und Interventionen in den öffentlichen Raum zu tragen, sieht man seit Monaten an der quasioffiziellen Gedenkreihe der Republik und ihren meist naiv gedachten, wenig bis nichts erklärenden "25 Peaces". Der Orpheus Trust hat vor drei Jahren einen der raren Beweise dafür erbracht, dass es auch anders geht. Damals erinnerte der 1996 von Primavera Gruber gegründete Verein, der sich die Erforschung und Veröffentlichung vertriebener und vergessener Kunst zum Ziel gesetzt hat, auf intelligente Weise an jene Musikschaffenden, die dem Naziregime zum Opfer gefallen waren: mit Klangsäulen vor den einstigen Wohnhäusern verfolgter oder ermordeter Musiker,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige