HEURIGE

Hip & cool?

Stadtleben | FLORIAN HOLZER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

Es spricht eigentlich alles dagegen, dass der Wiener Heurige auch Publikum diesseits der Präsenilitätsgrenze anspricht. Tut er aber. Okay, wollen wir uns kurz vor Augen halten, was uns alles nicht zum Heurigen lockt: Kommerzialisierung, Touristenbusse, gnadenloser Dirndlkitsch, gleichermaßen fettes wie ödes Essen, liebliche Disneyworld-Fassaden, Tischmusik, schlechter Wein ungeklärter Herkunft, generationsmäßig eher homogenes Publikum und generell ein Gefühl der völligen Uncoolness. Schlechte Voraussetzung einerseits, Chance andererseits. Denn in manchen Fällen treten halt auch nur wenige dieser Antiargumente auf, und die sind im Vergleich zu den positiven Faktoren dann vergleichsweise leicht zu übersehen: am Rande Wiens sitzen, mitten in den Weingärten, über die Stadt schauen und weinen vor Glück; die letzte noch verbliebene urtümliche Gastronomie des Landes erleben; guten Wein aus Wien trinken; Dinge essen, die man sonst nie essen würde; grüne Holzbankerln. Vor allem


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