Nimm mich!

Stadtleben | BARBARA ZEMAN | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

STUDIEREN Gerade fanden wieder die Aufnahmeprüfungen zur Universität für angewandte Kunst statt. Drei Tage lang gehen Angstschweiß und Kreativität eine wertvolle Symbiose ein. 

Vor einiger Zeit ging Jenny das Design ihrer Kaffeekanne gewaltig auf den Nerv. Zu eckig war das Ding. Eine Kaffeekanne halt. Doch Jenny wollte mehr. Sie griff zu Stift und Papier, bald war darauf ein Kännchen zu sehen, welches weiche Formen hatte und nur dort Ecken, wo es sich wirklich nicht vermeiden ließ. "Deswegen bin ich hier", sagt sie. "Die Kanne will ich nämlich mal in den Händen halten." Mit beeindruckender Entschlossenheit dämpft sie ihre Zigarette aus und geht schnurstracks in den Raum der Designklasse zurück, an deren Tür ein Zettel mit den groben Daten der Aufnahmeprüfung zur Angewandten klebt.

  Jenny ist nicht die Einzige, die sich dieser Tage auf Talent durchleuchten lässt. 1365 Personen haben sich heuer für die dreitägige Zulassungsprüfung beworben. Ungefähr 600 treten nach der


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