TIER DER WOCHE

Zornbinkerl


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

Wir erinnern uns: Der herbstliche Schwerpunkt dieser samtigen Kolumne ist sündhaft und widmet sich den sieben Kardinalsünden der Mensch- und Tierheit. Nach dem Neid kommt meist der Zorn. Wir ignorieren den theologischen Sonderfall "heiliger Zorn", der nur im Alten Testament wütet, und grenzen uns vom vagen Zustand der Wut ab, der nach allen Seiten explodiert ("Arrghh!"). Ordentlicher Zorn hat ein Ziel und richtet sich gegen eine oder mehrere Personen ("Saubande!"), gegen die sich dann die rächende Faust richtet. Manchmal ist es aber auch keine Faust, sondern mehr eine Flosse oder eine Schnauze. US-amerikanische Soldatenhunde dienen circa zehn Jahre und wurden nach Beendigung ihres aktiven Dienstes eingeschläfert. Das erzürnte menschliche Veteranenverbände, die Bill Clinton dazu brachten, ein Gesetz zu erlassen, aufgrund dessen die Tiere von ihren ehemaligen Führern oder Strafverfolgungsbeamten (?) adoptiert werden dürfen. Verdammt liberal und kaum auszudenken, welche Geheimnisse

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