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Systemabsturz

Steiermark Politik | THOMAS WOLKINGER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

In den letzten sechzig Jahren waren Machtwechsel in der Steiermark einigermaßen unproblematisch. Josef Krainer sen. hat sein politisches Testament in der Brieftasche mit sich getragen. "Der Niederl soll Landeshauptmann werden", stand auf einem Zettel, den man nach Krainers Tod gefunden hat. Und der Niederl ist es geworden. Auch Waltraud Klasnic ist nicht gefragt worden, nachdem Gerhard Hirschmann 1995 die Nachfolge von Josef Krainer jun. ausgeschlagen hatte. "Das musst jetzt du angehen", hat Krainer gesagt. Und Klasnic ist es angegangen.

  Zehn Jahre später ist alles anders. In knapp zwei Jahren, nach einer beispiellosen Serie von Pannen und Skandalen und einem der turbulentesten Wahlkämpfe der jüngeren österreichischen Geschichte, hat die Volkspartei unter Landeshauptfrau Waltraud Klasnic ihre Vormachtstellung verloren. Während es die SPÖ geschafft hat, von einem historischen Tiefstwert an die erste Stelle vorzustoßen. Die direkte Erbfolgelinie der steirischen ÖVP-Landesfürsten


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