Die spinnen, die Finnen

Steiermark Stadtleben | TIZ SCHAFFER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

MEDIEN Zehn Jahre offizielle Sendetätigkeit feiert das Freie Radio Helsinki. Vom Piratenradio auf der Flucht bis zur Institution der gepflegten Widerborstigkeit. 

Beim Betreten des neuen Radio-Helsinki-Basislagers stellt sich ein Gefühl der Irritation ein: Auf circa 100 Quadratmetern keine Spur von schmuddeliger Alternativradio-Patina. Keine Sofas mit obskurer Vergangenheit, keine Geruchspartikel von verschüttetem Dosenbier, kein kalter Rauch mit Dauermietvertrag. Eine Selbstverständlichkeit in neu adaptierten Räumlichkeiten, keine Selbstverständlichkeit für einen Sender, der für Disziplinierungsmaßnahmen jeglicher Art keinen Platz im ideologischen Konzept hat. Doch hin und wieder muss man ein wenig aufräumen: der Sauberkeit und - im übertragenen Sinn - der Qualität zuliebe. Betrachtet man die Geschichte und das Sende- und Sendungsbewusstsein von Radio Helsinki, wird klar, dass solche Prozesse zwingend mit basisdemokratischer Langsamkeit vor sich gehen müssen. Inoffiziell


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