Kurt heißt jetzt Willi

Extra | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

LAST DAYS Gus Van Sants filmischer Tribut an den vor elf Jahren verstorbenen Kurt Cobain will unbedingt "anders" sein, langt aber nur umso tiefer in die Klischeekiste. 

Das Wort "Kult" mag längst bis zur Sinnentleerung überstrapaziert worden sein, doch die Verehrung des 1994 verstorbenen Rocksängers Kurt Cobain wird dem ursprünglichen Sinn der missbrauchten Vokabel gerecht. Die inneren Zerwürfnisse des mit seiner Band Nirvana zu schnellem Ruhm gelangten blonden Märtyrers bieten das ideale Identifikationsmaterial für narzisstischen Weltschmerz. Cobains vor drei Jahren in Buchform als "Journals" veröffentlichtes postpubertäres Tagebuchgekritzel beweist, dass der zum Zeitpunkt seines Todes 27-Jährige immerhin selbst an den eigenen Mythos des Mainstream-Idols wider Willen glaubte.

  Der Filmemacher Gus Van Sant hat ebenfalls eine Karriere hinter sich, in der es ihn über Independent-Erfolge ("My Own Private Idaho") tief in den Mainstream verschlug ("Good Will Hunting"). "Last Days",


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