Auteur der Phantome

OLAF MÖLLER | Extra | aus FALTER 40/05 vom 05.10.2005

SPECIAL Diesseits, jenseits, kinoseits: Der portugiesische Filmemacher Pedro Costa wird bei der Viennale mit einem umfassenden Programm gewürdigt. 

Pedro Costa ist vielleicht der letzte Moderne in der portugiesischen Interpretation dieser Linie: Nach Manoel de Oliveira, dessen "Nachfolger" Joa~o Botelho und Joa~o Cesar Monteiro, also nach Kinos einer weltverschrobenen Tristesse bis Weisheit, einer zornigen Melancholie, einer wüst-ikonoklastischen Heiterkeit, kann nur noch ein Kino trauriger Wiedergänger kommen, ein Kino verdrängter Erinnerungen, historischer Risse, deren Kontemplation. Pedro Costa, jetzt, ist ein Endpunkt, und er weiß darum.

  Wie so oft brauchte es eines Monuments, damit sich auch die Schlafnasigsten endlich für Costa zu interessieren begannen. Das war "No quarto da Vanda" (2000), ein rund drei Stunden langer Hybride aus Spiel- und Dokumentarfilm, realisiert über einen epischen Zeitraum mit einer DV-Kamera im Zusammensein mit seinen Protagonisten; ein Werk der

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