Die anonyme Justiz

Vorwort | JOSEF PHILLIP BISCHOF | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

KOMMENTAR Wie ein Wiener Strafverteidiger die merkwürdigen Prozesse der "Operation Spring" erlebt hat. 

Vor sechs Jahren kam erstmals der große Lauschangriff zum Einsatz. Eine Sondertruppe des Innenministeriums belauschte und filmte Afrikaner, die sie für Drogendealer hielt. Boulevardmedien lobten den Schlag gegen die "nigerianische Drogenmafia". Nur wenige Zeitungen rügten die anschließend erfolgte Verletzung des fairen Verfahrens in den danach stattfindenden Drogenprozessen. Dann wurde es ruhig um die "Operation Spring". Die Prozesse aber gingen weiter.

  Ein vor kurzem präsentierter Dokumentarfilm der Filmemacher Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber heizt die Debatte um den ersten österreichischen Lauschangriff und die darauf folgenden Prozesse wieder an. Eine Kopie des Filmes wurde nicht nur von Justizministerin Karin Gastinger bestellt, sondern auch bei der in Wien stattfindenden Tagung der "European Criminal Bar Association", der Vereinigung europäischer Strafverteidiger,


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