Tipps für Wahlverweigerer

Verstecken - aber wo?

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

Der Bürgermeister als Bauernfänger: Am Freitag umschmeichelt Michael Häupl beim Erntedankfest die Agrarlobby. Feinde der Blasmusik meiden ab 15 Uhr den Stephansplatz. Auch weiter im Süden lauern rote Wahlkämpfer. Am Viktor-Adler-Markt gehen am selben Tag die Favoritener Sozis mit arglosen Passanten auf Tuchfühlung (10 bis 14 Uhr).

  Gfeanzter Gio: Der ÖVP-Kandidat taucht dort auf, wo man ihn am wenigsten vermutet. Am Samstag sucht Johannes Hahn ab 10 Uhr den Bürgermeisterbezirk Ottakring heim. Erst fingert er am Brunnenmarkt Gemüse ab, dann verstopfen seine Zettelverteiler den Gehsteig der Thaliastraße. Zum Abschluss stört die Wirtschaftspartei noch Wochenendeinkäufer dabei, beim Interspar in der Sandleitengasse den Konsum anzukurbeln.

  Gegen Ende des Wahlkampfs widmen sich die Grünen ihren Kernwählern: Schwulen und Radfahrern. Wer bisher andersrum war, dem treiben es die Ökos am Mittwoch möglicherweise aus - mit ihrer Straßenaktion (14 Uhr, 6., Bundesländerplatz) oder einer Diskussion mit Gay-Kandidat Marco Schreuder (20 Uhr, Galerie Blumberg, 16., Neulerchenfelder Straße 60/Blumberggasse 20). Radler ködert die Oppositionspartei wiederum mit ihrer Aktion Fahrradcheck, bei der sie unter dem Vorwand der Gratisreparatur an fremden Gefährten herumfummelt: am Donnerstag um 15.30 Uhr vor dem Café Wild in Mariahilf, Wienzeile 60, und um 16 Uhr am Wiedner Stern, Margaretenstraße 40-44. Grün-Gegner, nicht absteigen!

  Selbst das BZÖ zieht das Netz enger: Im Laufe der Woche sind nicht weniger als dreißig Verteilaktionen geplant. Am Samstag erscheint Spitzenkandidat Hans-Jörg Schimanek leibhaftig in der Leopoldstadt (8 Uhr, Karmelitermarkt, 10 Uhr, Vorgartenmarkt). Wenn Haider bis dahin den Verein nicht auflöst.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige