Verschobene Salze

FLORIAN KLENK | Politik | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

POLIZEI Die Schubhaft in Linz galt trotz erbärmlicher Zellen als musterhaft. Jetzt starb ein 18-Jähriger im Hungerstreik. Nur wenige Wochen zuvor hatte ein internationales Expertenkomitee den Umgang mit Häftlingen gerügt. 

Selbst Flüchtlingsorganisationen schwärmten von Linz. Hier gebe es "ein Modell für humanere Anhaltung von Schubhäftlingen", sagte ein Sprecher von SOS Menschenrechte. Und der damalige Innenminister Ernst Strasser (ÖVP) bemerkte bei einer Pressekonferenz, die Schubhaft hier habe "europaweit Beachtung erlangt".

  Das war vor fünf Jahren. Das Linzer Polizeigefangenenhaus richtete damals eine "offene Station" ein, in der sich Schubhäftlinge frei aufhalten konnten. Noch im Sommer dieses Jahres erklärte ein Beamter gegenüber dem Falter bei einem Rundgang: "Wir sind sehr gut im Umgang mit Hungerstreikern. Sobald einer seinen Willen kundtut, dass er nichts mehr essen will, versuchen wir ihn in der Zelle im Verband mit den anderen zu halten. Dann stellen wir ihm

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