Kommentar

Wie normal ist das Burgtheater?

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

Das Burgtheater werde "vielleicht ein besonderes Theater werden können, wenn es endlich ein Theater wie alle anderen werden wird", befand der Wiener Kritiker Alfred Polgar bereits 1918. Fast neunzig Jahre später hat sich scheinbar nichts geändert: Der fünfzigste Jahrestag der Wiedereröffnung wird im Burgtheater wie ein Staatsakt gefeiert (siehe auch Seite 24). Und doch spricht einiges dafür, dass sich im Selbstverständnis des Burgtheaters etwas geändert hat - abgesehen davon natürlich, dass hier alles mindestens eine Nummer größer und teurer ist als in jedem anderen Theater des deutschen Sprachraums.

"Das Burgtheater ist nichts anderes als ein in seinen Funktionen und Aufgabenstellungen vergrößertes, qualitativ hochwertigeres, finanziell erheblich besser ausgestattetes Stadttheater", schrieb der Burgtheaterdramaturg Joachim Lux vor zwei Jahren in der Frankfurter Rundschau. Noch trockener formuliert es Klaus Bachler, der siebente Burgtheaterdirektor seit 1955: "Das Burgtheater


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