Jessas na

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

THEATER Franzobel hat schon wieder was geschrieben: Im Akademietheater wurde seine Passionsfarce "Wir wollen den Messias jetzt" uraufgeführt. 

Jesus sieht aus wie Hermes Phettberg, nur dass die Jeans nicht so versifft sind wie die des Originals. Jesus ist Protagonist des Franzobel-Stücks "Wir wollen den Messias jetzt oder Die beschleunigte Familie", einem Auftragswerk des Burgtheaters. Es handelt sich, wie der lange Titel schon sagt, um eine Mischung aus Passionsspiel und Familiendrama: Jesus ist also ein fetter Couchpotato, der lieber vor dem PC masturbiert als seinen ehelichen Pflichten nachzukommen; seine Familie (Vater, Mutter, Schwager) ist eine Ansammlung kleinbürgerlicher Monster. Ungefähr so hätte es vielleicht ausgesehen, wenn Werner Schwab das "Leben des Brian" geschrieben hätte.

  Nachdem ihm in Gestalt einer "geilen Alten" die göttliche Erleuchtung widerfahren ist, singt Jesus eine aktualisierte Version des Hohelieds der Liebe ("wenn ich ZÇizÇek und Baudrillard und


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