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Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

FILM David Cronenbergs "A History of Violence" zeigt Gewalt unspektakulär und unironisch - als Grundlage kleinstädtischen Glücks. 

Ein paar Zentimeter nur, und die perfekte Ordnung ist wieder hergestellt. Der jüngere der beiden Männer, die an jenem heißen Sommermorgen aus ihrem Motel kommen, hat nichts Wichtigeres zu tun, als einen der Holzstühle vor dem schäbigen Bungalow zurechtzurücken. Ein merkwürdiges Paar, denkt man; ein Pärchen vielleicht, nach einer Liebesnacht. Während der eine nun in das Cabrio steigt, um nach vorne zur Rezeption zu fahren, geht der andere rechts aus dem Bild hinaus. Ein undefinierbares Gesurre liegt über der Szene; einmal glaubt man einen unterdrückten Schrei zu vernehmen. Dann kommt der Ältere gemessenen Schritts zum Wagen zurück. Ein kurzer Wortwechsel folgt: Es ist nichts mehr zu trinken da, hinten in der Rezeption befinde sich ein Wasserspender. Sein junger Partner steigt aus und stapft missmutig, die Kamera ihm hinterher, zum Büro hinauf.


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