Himmel und Hölle

Kultur | JÖRG MAGENAU | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

LITERATUR A.L. Kennedy begibt sich in "Paradies" ins lückenhafte Bewusstsein einer Alkoholkranken und zeichnet deren Absturz auf - nicht ohne nebenher eine große Liebesgeschichte zu erzählen. 

Dieser Roman ist wie eine Blackbox. Man verschwindet darin und verliert jeglichen Kontakt zur Außenwelt. So jedenfalls geht es gleich zu Beginn der Protagonistin Hannah Luckraft, die sich in einem eher ungemütlichen Raum mit vielen fremden Menschen wiederfindet. Es ist 8.42 Uhr. Ein Zimmerschlüssel in ihrer Hand lässt darauf schließen, dass sie sich in einem Hotel befindet. Das Buffet, das vor ihr aufgebaut ist, sieht aus wie ein Frühstück. Der Blick aus dem Fenster deutet auf Flughafennähe hin. Der unerfreuliche Mann mit dem schütteren Haar scheint sie zu kennen. Doch sie erinnert sich an nichts. Wer ist dieser Fusselkopf? War das was? Und was war zuvor?

  Hannah Luckraft hat Erfahrung mit solchen Lebenslagen. Sie hat eine gewisse Routine darin entwickelt, auf den Bewusstseinstrümmern


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