KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

Lady Mary Delany war schon über siebzig, als sie 1772 beschloss, fortan Pflanzencollagen aus buntem Papier herzustellen. Das umfangreiche "Werk" der englischen Dame ist heute im Britischen Museum als Kuriosum ausgestellt. Den deutschen Künstler Volker Eichelmann, Jahrgang 1973, inspirierten diese kunstvollen Blumenbilder zu eigenen Collagen, die jetzt in der Galerie Andreas Huber (bis 29.10.) zu sehen sind. Eichelmann präsentiert seine kleinformatigen Bilder dicht gehängt an einer Wand. Erst beim Nähertreten wird klar, was für eine fitzelige Handarbeit diese artifiziellen, an die Siebzigerjahre erinnernden Blütenbilder darstellen. Dem Künstler geht es um Aneignungsprozesse und um die Frage, was Imitation bedeutet. Diese Fragen wirft er auch in dem Video "Versatzstücke (Imitations of Life)" auf, für das der gleichnamige Hollywoodfilm von Douglas Sirk Pate stand. Hier kommen etwa Schmuckstücke in Tier- und Pflanzenformen vor, die auf Sirks Filmdiven anspielen. Eine Sequenz mit


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