STADTRAND

Lange Schlange

Stadtleben | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

Was treibt die Leute, sich für die "Lange Nacht der Museen" in mindestens genauso lange Schlangen vor den Museen einzureihen und geduldig darauf zu warten, am Ende vielleicht doch - gemeinsam mit Hunderten Gleichgesinnten - einen kurzen Blick auf Schiele, Klimt und Co. werfen zu können? Und zwar gut gelaunt und ohne lange Gesichter. Leute, das Leopold Museum hat nicht nur einmal im Jahr geöffnet, sondern fast täglich! Auch die anderen Kunst- und Kulturhütten haben fixe Öffnungszeiten, und normalerweise muss man nicht mal warten, um hineinzukommen, ehrlich! Gut, es gibt keinen Shuttlebus, der die unendlich langen Wege zwischen Folter-, Torten- und Schnapsmuseum verkürzt. Und keine netten Menschen, mit denen man sich in der Schlange, im Bus oder im Gedränge unterhalten könnte. Aber dafür hat man ja möglicherweise mehr von der jeweiligen Ausstellung, seine Ruhe oder einfach nur die bessere Sicht. Okay, wir haben verstanden: Es geht um das Ereignis, das Gemeinschaftserlebnis, das "Dabei-sein ist alles". Und womöglich steht man ja nie so hip in der Gegend herum wie in der "Langen Nacht". C. W.


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