Alle Menschen werden Künstler

ERWIN FIALA | Special | aus FALTER 41/05 vom 12.10.2005

Bewohner(innen) von Suburbia. Richard Frankenberger macht die Menschen von Suburbia zu Agierenden in einer künstlerischen Aktion.

Kunst aus der Vorstadt, in und für die Vorstadtbewohner(innen)? Für Richard Frankenberger sind die in Vorstadtenklaven lebenden Menschen und deren Leben Ausgangsmaterial und Zweck zugleich. Ein neugieriger Blick, der seismografisch die Bewegungen und die Lebensräume registriert und fixiert (z.B. in einer allgegenwärtigen Digitalkamera). Das Dokumentarische der ethnografischen Methode wird durch das Bewusstsein der beobachteten Akteure, Motiv und Inhalt eines unverstandenen Kunstbegriffs zu sein, unterlaufen und gebrochen. So stößt die Intention des Ethnografen, sich "neutral" dem Leben und dem Alltag seiner Umwelt zu nähern und diese in seiner Unmittelbarkeit zu repräsentieren, auf eine skeptische, oft distanzierte Haltung des menschlichen Kunstmaterials.

Frankenberger evoziert mit diesem Versuch das bekannte Beobachterparadoxon, das jeden Objektivitätsanspruch

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