Wien vor der Wahl

ARMIN THURNHER | Vorwort | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Keine Empfehlung, nur eine kleine Revue der Möglichkeiten und Unwägbarkeiten. 

Ab und zu muss auch Wien wählen. Das Odium der schieren Pflichtübung ist in den letzten Tagen doch noch von dieser Wahl gewichen. Da man den Meinungsforschern nichts mehr glaubt, womit man ihnen gewiss schrecklich Unrecht tut, haben die Spin-Doktoren Hochsaison. Wer kann denn wissen, ob die ÖVP oder die Grünen im Rennen um Platz zwei die Nase vorn haben, ob das BZÖ wirklich ausradiert ist, ob die FPÖ an einem zweistelligen Ergebnis schnuppert, ob die SPÖ wieder unter 49 Prozent gefallen ist und wem der angebliche Streit zwischen Gusenbauer und den Grünen nützt oder schadet?

  Der Rausch allzu glatter Umfragesiege endet meist im Kater eines enttäuschenden Wahlergebnisses, das weiß die SPÖ ebenso wie deren Spitzenkandidat. Der verlor bei seinem ersten Antreten gleich die absolute Mehrheit. Bei seiner zweiten Wahl drehte er die Sache mit um, indem er entschlossen gegen Jörg

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