Gnade statt Recht

Vorwort | PETER MENASSE | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

KOMMENTAR Die Republik stellt einen unzulässigen Zusammenhang zwischen US-Klagen und Restitution her. 

Im Jahr 2001 begann die unendliche Geschichte der Restitution von in der Nazizeit geraubten Sachwerten. Damals konnten die Beraubten beim Allgemeinen Entschädigungsfonds der Republik anmelden, was ihnen weggenommen wurde, seien es Wohnungen, Geschäfte oder andere Werte. Nach und nach kamen auf diese Weise mehr als 19.000 Anträge zum Fonds. Seither melden österreichische Zeitungen in regelmäßigen Abständen, dass nunmehr die Auszahlung der Gelder unmittelbar bevorstünde.

In der ÖVP-Zentrale oder im Büro von Nationalratspräsident Andreas Khol führt man offensichtlich eine Art "Jubelkalender", der alle drei Monate den Vormerk "Wieder einmal mit den Medien über unsere guten Taten an den Juden reden" enthält - und schon heißt es dann in den Zeitungen brav und mit gebührend respektvollem Ton, die Juden würden jetzt endlich Entschädigung bekommen. Das hat zur Folge, dass Menschen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige