"Ich bin ein Snob"

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

WIENER WAHL SPÖ-Chef Michael Häupl über politische Jugendsünden, das Sezieren kleiner Wirbeltiere, den monatlichen Tritt in die Scheiße und seinen schrecklichen ersten Herbst als Landbua in Wien. 

Sachen erlebt man im Wahlkampf!", sagt Michael Häupl, als er sich's im Polstersessel in seinem Büro bequem macht. Neulich hat ihm eine Frau auf der Straße ihr Leid geklagt: "Bei mir zu Hause ist's so laut." Wo sie denn wohne, fragte der Bürgermeister nach: "In der Sandleitengasse in Ottakring? Na dort wohn ich auch!" Der Aufforderung der Dame, die rumpelnde Straßenbahnlinie 10 am Abend doch gefälligst einzustellen, kam Häupl trotzdem nicht nach. "Die wird mich wohl nicht wählen", sagt der 56-Jährige: "Bei manchen Leuten ist mir das ganz recht."

  Die SPÖ mit ihren 46,9 Prozent bei den vergangenen Wahlen kann sich's leisten, den einen oder anderen Wähler zu vergrätzen. Ihre einzige Sorge ist, dass sich viele ihrer Sympathisanten den Weg zur Wahlurne sparen, weil der Sieg der


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