Vergoldetes Elend

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

GESELLSCHAFT Reich ist, wer reich an Beachtung ist, meint der Ökonom Georg Franck. In seinem neuen Buch beschreibt er die Folgen für die Kultur. 

Der Wiener Ökonom und Architekturwissenschaftler Georg Franck analysiert in seinem neuen Buch "Mentaler Kapitalismus" (erschienen im Hanser Verlag), wie der Kampf um Beachtung auch in der harten Sphäre der Ökonomie entscheidend wird. Darin schließt er an seinen viel beachteten Band "Ökonomie der Aufmerksamkeit" an. Franck, Professor an der TU Wien, konstatiert eine neue Klassenspaltung.

Falter: Wir leben, schreiben Sie, im "Mentalen Kapitalismus". Was ist denn das Neue daran?

Georg Franck: Der Kreislauf des Achtgebens und Beachtungeinnehmens ist eine ausgebildete Ökonomie im Sinn einer entwickelten Marktwirtschaft. Zunächst: Die Kapazität bewussten Erlebens wird knapp bei wachsendem Angebot. Zweitens wird die Produktivität im wissenschaftlichen, publizistischen, künstlerischen Bereich eher dadurch gemessen, dass man Beachtung bekommt,


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