Kommentar

Volkstheater: Sein Kampf

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

Der Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg hat Wien befreit. Von einem VIP-Zimmer für Adolf Hitler, das bald nach dem Anschluss an das Dritte Reich 1938 für einen möglichen Besuch des Führers in dem zum Kraft-durch-Freude-Theater umbenannten Haus eingerichtet wurde. Michael Schottenberg ist ein aufrechter Antifaschist. Sonst hätte er nicht das an frühe DDR-Zeiten gemahnende Corporate Design der Berliner Volksbühne kopiert und den Stern der Roten Armee auf das von ihm geleitete Theater gesetzt. Als wollte der neue Volkstheater-Chef diesem Bollwerk sozialdemokratischer Betulichkeit zu mehr Radical Chic verhelfen.

"Ich will diese Stadt niederrennen und anzünden", verkündete er kurz nach seiner Ernennung zum neuen Volkstheater-Chef. Und lockte damit wohl nur das Bundesdenkmalamt (BDA) hinter dem Ofen hervor, das alsbald bei ihm vorsprach, um ihn davor zu warnen, seine neroesken Anwandlungen nicht an dem ihm anvertrauten Gebäude auszuleben. "Ach was", dachte sich der zornige Mittfünfziger,


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