OHREN AUF! Austropoprock 05

GERHARD STÖGER | Kultur | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

Analog zum internationalen Pop zeigt sich auch die heimische Szene im Herbst enorm veröffentlichungsfreudig. Mit Polman Reisen stellt sich ein neues Duo vor, dessen Mitglieder in der lokalen Szene freilich keine Unbekannten sind: Thomas Jarmer rührt mit dem Poesiepop seiner Band garish ansonsten Teenagerherzen, Matthias Kertal produziert mit Mika flockigen Elektropop. Auf "Polman Reisen" (schoenwetter/edel) lassen die beiden songförmige Elektronik geschickt mit melancholischem Easy-Listening-Pop kollidieren. Jarmers Gesang polarisiert aber erneut durch selbstergriffene Bedeutungsschwere.

Letzteres ist dem Ersten Wiener Heimorgelorchester auf "Auto Play" (plag dich nicht/Hoanzl), seinem bislang gelungensten Werk, angenehm fremd. Musikalisch holen die vier LoFi-Synthiepopper mehr denn je aus ihren Billigsdorferorgeln heraus - originalgetreue New-Wave-Nachstellungen stehen neben beinahe zeitgemäßen Dancesounds -, textlich geht zwischen Dadaismus, Sprachpoesie und hintergründigem Geblödel

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