Die Zeit und das Zimmer

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

NOBELPREIS Elfriede Jelineks Nachfolger heißt Harold Pinter. Der 75-jährige englische Dramatiker wird für ein längst abgeschlossenes Werk ausgezeichnet. 

Als die Moderatorin der englischen "Sky News" am Donnerstag vergangener Woche in ihren Manuskripten den Namen Harold Pinter las, unterlief ihr eine bemerkenswerte Fehlleistung: Sie verkündete den Tod des 75-jährigen Autors, dem gerade der Nobelpreis für Literatur verliehen worden war. So ähnlich dürfte es wohl vielen gegangen sein, als sie von der Entscheidung für Pinter erfuhren: Der lebt noch?

  Tatsächlich hatte man von dem Mann in den letzten 25 Jahren kaum noch etwas gehört. Dass Pinter in den Sechziger- und Siebzigerjahren umso präsenter war, merkt man unter anderem daran, dass zumindest sein Name heute noch ein Begriff ist. Bekannt wurde Pinter mit Stücken, die der Missing Link zwischen dem Theater des Absurden (Ionesco, Beckett) und den realistischen Dramen der "angry young men" (Osborne, Wesker) darstellen. Schon


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