Geschüttelt und gedacht

Extra | HELMUT GOLLNER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

DICHTERGEDENKEN Das Werk von Ernst Jandl (1925-2000) ist noch nicht abgeschlossen, wie drei Bücher von, mit und über ihn beweisen. 

Vor fünf Jahren starb Ernst Jandl, heuer wäre er achtzig Jahre alt geworden - das zieht ein paar Bücher nach sich: Bernhard Fetz vom Österreichischen Literaturarchiv versammelt in einem Profile-Band Ergebnisse aus der Nachlassarbeit sowie neue Jandl-Essays; Jandls Verleger Klaus Siblewski schickt aus Deutschland, was er von Jandl weiß und hat ("Briefe aus dem Krieg"), und Friederike Mayröcker setzt mit "Und ich schüttelte einen Liebling" die Poetisierung ihres Bewusstseins mit einem betörenden Buch fort, das viele Erinnerungen an Jandl verarbeitet, ohne den Lebenspartner auszustellen.

  Jandl war ein Rezeptionsphänomen: Schon vor seinem Tod wurde er von Publikum, Kritik, Staat, ja sogar von der Kollegenschaft geliebt, obwohl er sich zeitlebens im kulturellen Widerreden geübt hat. Den in unserer Kultur immer noch dominierenden bürgerlichen Humanismus


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