Ist da jemand?

Extra | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

TELEKOMMUNIKATION Melancholie am Telefon: In den neuen Büchern von Peter Henisch und Michael Köhlmeier wird viel gesprochen, aber nicht immer kommuniziert. 

Eine folgenreiche Verwechslung steht am Beginn von Peter Henischs Roman "Die schwangere Madonna". Die Hauptfigur des Buches, ein gewisser Josef Urban, der sich selbst als einen "frei schwebenden" Mitarbeiter des ORF bezeichnet, hat sich schlicht und einfach im Wochenende geirrt: Als er seinen Sohn Max von der Schule abholen will, kommt ihm dieser vor dem Schultor schon mit seiner Mutter entgegen.

  Zu einer wirklichen "Szene" wächst sich die Begegnung nicht aus: Eher zart gehaltener Hohn ergießt sich im Vorbeigehen über Urban, einen Menschen, von dem offenbar die ganze Welt - inklusive seiner selbst - annimmt, dass er beruflich und privat seine besten Zeiten lange hinter sich hat. Stehen gelassen von Kind und Exfrau, stößt ihm dann aber doch noch etwas Seltsames zu: Wie von Geisterhand gelenkt setzt er sich hinter das Steuer


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