Das große Haarewaschen

Extra | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

POLITSATIRE Norbert Müller begegnet sowohl der rechten Wende als auch ihren Kritikern mit Hohn und Häme. 

Was war 1999 doch für ein verflixtes Jahr! Monatelang versammelte sich das aufrechte Wien auf den Straßen, um gegen die rechte Wende zu protestieren. Das Ticken der Millenniumsuhr verlieh der Vanitas-Stimmung zusätzlich Gewicht. Mit dem Ergebnis, dass es reihenweise zu emotionalen Kurzschlüssen kam.

  Im Fall des Event-Managers Robert Feyerabend, den der 1963 geborene Norbert Müller in seinem neuen Roman bei seinem Teufelsritt über die Schwelle zum neuen Jahrtausend begleitet, hilft das Zuviel an Energie auf den Straßen dem in langen Berufs- und Ehejahren aufgestauten Privatfrust sich endlich eine Bahn zu brechen. Was freilich nur den anderen gut bekommen wird, denn wie schon in seinem feurigen Debüt "Der Sorgengenerator" (2004) erzählt der Wiener Autor erneut über die Midlifecrisis eines sympathisch extrovertierten und viel zu gutmütigen Verlierers, der einem fast nichts


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