Fiktives Fürstenfeldbruck

Extra | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

TERRORISMUS Ulrike Draesners "Spiele", ein Roman über eine Familie und über das Münchner Olympiaattentat von 1972, braucht den Vergleich mit Jonathan Franzens "Korrekturen" nicht zu scheuen. 

Die große und kleine Geschichte kümmern sich nicht umeinander, sie durchdringen sich bloß" lautet das "Familienmantra" der Berewskis - und die müssen es schließlich wissen, sind sie doch allesamt Weltkriegsflüchtlinge aus dem Osten, die es dank Vater Edgars Anwaltskanzlei mittlerweile zu einem typisch Münchner Mittelstandsleben gebracht haben. Nur der frühe Tod der Mutter liegt wie ein Schatten auf der Familie.

  Wir schreiben den Spätsommer 1972, die Olympischen Spiele - in der Erwartung "fröhlicher, gigantischer, friedlicher, gelungener denn je" - haben gerade begonnen. Doch in Ulrike Draesners drittem Roman "Spiele" kommt nichts so wie vorhergesehen. Mit dem "Tag, der die Welt verändern sollte", jenem 5. September, an dem neun israelische Sportler durch die palästinensische Terrorgruppe


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