Der alte Mann und die RAF

Extra | DANIELA STRIGL | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

TERRORISMUS Inka Parei liefert den Roman zum Bachmann-Preis 2003 nach und überzeugt zumindest halb. 

Als Inka Parei das erste Kapitel dieses Romans beim Bachmann-Wettbewerb 2003 vorlas, waren Begeisterung und Neugier der Jury groß: Wie würde es weitergehen mit diesem alten Mann in diesem alten Haus? Von Anfang an lag etwas Bedrohliches in der Luft; da war ein Fremder, der nächtens schwere Dinge durch die Gegend schleppte, da war ein Traum mit Schneegeruch und Birken und Streifschüssen - Leser deutscher Literatur wissen: Hier dräut der Russlandfeldzug.

  Inka Parei hat sich mit der Einlösung ihres Versprechens Zeit gelassen, und sie hat es nur halb eingelöst; nicht, weil es bloß ein schmaler Roman geworden ist, sondern weil die Geschichte dort allzu eindeutig wird, wo Mehrdeutigkeit ästhetischen Profit garantiert hätte. Dass sie andererseits dort mehrdeutig bleibt, wo die Dramaturgie des Suspense Festlegung erfordert hätte, muss man ihr nicht zum Nachteil auslegen: Es ist die


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