Erinnerte Irrwege

Extra | STEPHAN STEINER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

1968 UND DANACH Als Deutschland einmal rot wurde: Stephan Wackwitz und Uwe Timm arbeiten sich an der (eigenen) politischen Vergangenheit ab. 

Revolten gewinnen mit den Jahrzehnten an Würde, aber erst in der Phase ihrer endgültigen Historisierung wird darüber entschieden, ob sie als bedeutende Wegmarken oder bloß als Episoden in die gesellschaftliche Erinnerung eingehen. Für die Studentenbewegung der Sechziger- und Siebzigerjahre ist es noch nicht so weit, sie befindet sich in einem Zwischenreich: noch gegenwärtig in vielen ihrer Protagonisten, aber schon geschichtlich in ihren Ansprüchen und Haltungen. War sie eine Komödie, war sie eine Tragödie? Und ereignet sie sich in der Literatur ein zweites Mal: als Farce?

  Für Stephan Wackwitz, der seine Zeit im marxistischen Studentenbund Spartakus zum Ausgangspunkt seiner weitgespannten Reflexionen nimmt, muss man zweifelsohne mit "ja" antworten. Als müsse die Totalitarismustheorie erst erfunden werden, reflektiert der Autor über


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige