Immer die Radfahrer!

Extra | TOBIAS HEYL | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

DEBÜT Guy Helminger überzeugt mit seinem wunderbar abartigen Erzähl-Debut "Etwas fehlt immer". 

Als Guy Helminger 2004 in Klagenfurt auftrat, weckte er einige Erwartungen. Nicht nur, dass er die handwerkliche Ebene des Erzählens ziemlich perfekt beherrschte: die Figuren, das Timing, die Dialoge und alles, was dazugehört. Was noch stärker in Erinnerung blieb, war ein literarischer Kosmos, der ganz unmittelbar faszinierte, weil er aus einer scheinbar realistischen Beschreibung hervorgeht, die nur ein klein wenig von dem weggerückt ist, was man als Welt einigermaßen zu kennen - und zu beherrschen - glaubt. Ein winziger Spalt tut sich da auf zwischen der Literatur und der Wirklichkeit, und wer in diesen Spalt blickt, den überkommt der Schwindel.

  Helminger verließ Klagenfurt mit dem 3sat-Preis, ein Jahr später bestätigt sein erster großer Erzählungsband, was man seinerzeit vor dem Fernseher nur ahnen konnte. "Es gab wenig, was Frank Perl so erfreute wie das Fahrradfahren."


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