Time Is on Their Side

Extra | KARIN SCHUSTER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

SCIENCE-FICTION Thomas Lehrs ebenso kluger wie spannender Roman "42" hält die Zeit an - wenn auch nicht für alle. 

Der Schriftsteller Thomas Lehr macht es sich gerne schwer. Als wollte er unbedingt verhindern, dass man ihm Realismus unterstellte. Im Jahr 2001 legte er eine Novelle namens "Frühling" vor, das Gedankenprotokoll eines Mannes, dessen letzte 39 Lebenssekunden gerade ablaufen. In seinem neuen Roman "42" geht es ihm erneut um die Zeit. Nur hat er dieses Mal die Ausgangslage noch waghalsiger und rigider reguliert.

  Das geht so: Siebzig Besucher des Teilchenforschungszentrums CERN in Genf haben mitangesehen, wie die Zeit plötzlich stehen blieb, Rauch in der Luft verharrte, die Bewegung von Menschen einfror, die Sonne seither wie festgezurrt an ihrer Position klebt. Allein ihre ganz persönliche Zeit läuft weiter: Jeder Einzelne von ihnen ist von einer Art Zeitblase umgeben, innerhalb derer die Uhren noch ticken. Um sie herum aber herrscht die absolute Gegenwart, fünf Jahre


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