Hinter der Muttersprache

Extra | BERNHARD FETZ | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

EXIL Im "Ministerium der Schmerzen" sortiert Dubravka UgresÇic´ die Biografie- und Erinnerungsbruchstücke ihrer ehemaligen Landsleute aus. 

Als Spurenleserin im Müllhaufen der Geschichte geht die 1993 im nationalistischen Tudjman-Kroatien zur Emigration gezwungene Literaturwissenschaftlerin und Autorin Dubravka UgresÇic´ Verletzungen nach, die der jugoslawische Krieg den in der Diaspora lebenden Vertriebenen zugefügt hat. Die Mischung aus Essay und Erzählung, die die Literatur dieser Schriftstellerin auszeichnet, ist den prekären Erfahrungen der Exilwirklichkeit angemessen, über die UgresÇic´' Figuren nicht als ein Ganzes verfügen. Schon die Titel von Dubravka UgresÇic´' Büchern verweisen auf das Ineinander von Fakten und Fiktionen, darauf, wie die große (Gewalt-)Geschichte und die individuellen Erinnerungen und Empfindungen auseinander driften oder kollidieren: "My American Fictionary" (1994), das "Museum der bedingungslosen Kapitulation" (1998) und nun "Das Ministerium


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