Dann sind wir Helden

SEBASTIAN FASTHUBER | Extra | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

PORTRÄT Der US-Amerikaner Jonathan Lethem transformiert Trash- und Popzutaten in Hochliteratur. 

Gäbe es in der Literatur immer gleich umgehend Gerechtigkeit, der aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn stammende Jonathan Lethem müsste längst ein Star vom Range seiner US-Vornamenskollegen Franzen ("Die Korrekturen") und Foer ("Alles ist erleuchtet") sein. Stattdessen ist er auch nach mehreren großen Romanen wie zuletzt "Die Festung der Einsamkeit" immer noch ein Geheimtipp.

  Der Weg zu Anerkennung und Erfolg führt bisweilen über seltsame Pfade. Kaum einer weiß das besser als der 41-jährige Lethem. Es ist die Spezialität des New Yorkers, sich in seinen Büchern übel beleumundeter Genres aus dem Groschenromanmilieu anzunehmen und diese mit hochliterarischen Elementen und großem erzählerischem Können zu ungewöhnlichen, halb fantastischen, halb realistischen Romanen zu verarbeiten. Lethem befindet sich damit in der besten Gesellschaft etwa eines Kurt Vonnegut ("Schlachthof 5"),

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