Kapitalistisch durch und durch

Extra | ROBERT MISIK | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

ZEITDIAGNOSE Zwei hellsichtige Analysen des avancierten Kapitalismus: Georg Franck beschreibt unsere Ökonomie der Aufmerksamkeit, während Joseph Heath und Andrew Potter das Konsumrebellentum dekonstruieren. 

Kultur ist Kapital. Das klingt nach einer schlichten Wahrheit, beschreibt aber womöglich eine viel tiefer greifende Transformation, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Heute werden nicht mehr in erster Linie Güter verkauft, sondern Lebensstile. Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, eine Ware einfach so auf den Markt zu werfen - es muss sie mit Bedeutung aufladen. Die Marke muss mit einer Aura umgeben werden und wird so zum Kunstwerk.

  Im multinationalen Unternehmen von heute zählen vor allem die "weichen" Erfolgsfaktoren. Die Güterproduktion ist das Simpelste an der ganzen Sache. Inmitten der allseits beklagten Verdinglichung der Kultur erleben wir auch den Umschlag in ihr Gegenteil: die Kulturalisierung der Dinge. Man könnte auch so sagen: Totalökonomisierung


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