Rot oder tot

Extra | ERICH KLEIN | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

RUSSLAND Eine monumentale Stalinbiografie sowie die Tagebücher des Schriftstellers Iwan Bunin und von Nina Lugowskaja erinnern an die blutige Frühzeit der Sowjetunion. 

Der Schriftsteller Iwan Bunin (1870-1953) erlebt die Oktoberrevolution des Jahres 1917 in Moskau. Sein am 1. Januar 1918 einsetzendes Tagebuch ist nicht nur aufgrund der präzisen Detailbeschreibungen von Interesse. Bunin wird die weltgeschichtliche Tragweite der Ereignisse rasch klar. "Dieses verwünschte Jahr ist zu Ende. Doch was weiter? Vielleicht kommt etwas noch Schrecklicheres. Wahrscheinlich sogar."

  Das in Chaos und Hunger versinkende Moskau wird von marodierenden Soldatenhorden beherrscht, Bunin mischt sich in die Menge und schnappt Gesprächsfetzen und Gerüchte auf. Tatsächlich quartieren sich die Bolschewiki gerade im Kreml ein. Als der Schriftsteller eines Tages nach Hause kommt, erklärt ihm selbst sein langjähriger Diener düster: "Die Bourgeoisie wird abgeschlachtet."

  Bunin schaut dem Volk aufs


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