Vati im Vatikan

Extra | OLIVER HOCHADEL | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

MITTELALTER Päpstlicher Sex and Crime: Abenteuerliches über Alexander VI. und die Frauen im Bannkreis des Heiligen Stuhls.

Eigentlich hätte sich Giovanni Michiel sicher fühlen können. Der venezianische Kardinal hatte beim Konklave 1492 Rodriga Borgia mit zum Papst Alexander VI. gewählt, ermuntert durch üppige Geschenke. Im April 1503 aber war der oberste Kirchenherr wieder einmal in großen Geldnöten und konnte der Verlockung nicht widerstehen. Er hatte durchgesetzt, dass das Erbe eines Kardinals an den Heiligen Stuhl fiel, und so gab er den Giftanschlag in Auftrag. Kaum war Michiel erkaltet, räumten die päpstlichen Häscher schon seinen Palazzo leer.

  Dass der Papst seine Feinde beseitigen ließ, daran hatte man sich in Rom schon fast gewöhnt. Aber ein Raubmord an einem früheren Bundesgenossen, um mit dessen Dukaten weitere Feldzüge zu finanzieren? Damit sicherte sich der Borgiapapst Alexander VI. (1431-1503) endgültig den Spitzenplatz unter den als ohnehin verrucht geltenden


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