Deutsches Befinden

Extra | GERHARD STÖGER | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

MUSIK & POLITIK "I Can't Relax in Deutschland" und Diedrich Diedrichsens "Musikzimmer" sind mehr als nur Popmusikbücher. 

Früher einmal, und so lange ist dieses "Früher" noch gar nicht her, gab es in der alternativen deutschen Popkultur einen klar formulierten Konsens darüber, was man von seinem Heimatland zu halten habe. Rein gar nichts nämlich. "Deutschland muss sterben, damit wir leben können", sang die Punkband Slime, und die Hamburger Diskurspopszene reagierte auf die Wiedervereinigung einst mit T-Shirt-Sprüchen wie "Halt's Maul, Deutschland!". In den letzten Jahren hat sich da einiges geändert.

  Plötzlich kommen schick gestylte, großmäulig auftretende und sich selbst durchaus als links und rebellisch verstehende Bands daher, propagieren ein neuartiges, entspanntes Verhältnis zur eigenen Nation und fordern die Möglichkeit, doch wieder unverkrampft stolz sein zu dürfen aufs Deutschsein. In angrenzenden Bereichen - Kino, Literatur, Mode - ist das Szenario ähnlich.


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