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Extra | RALPH EUE | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

FILMBUCH Die Brüder Weinstein haben das US-Kino der Neunzigerjahre geprägt. Peter Biskind hat ihnen eine saftige, mehr als 800-seitige Studie gewidmet. 

Ursprünglich Schmuddelkinder und mediokre Rucksackverleiher, die als Musikpromoter in Buffalo angefangen hatten, mauserten sich zwei Brüder zu den größten Innovatoren im internationalen Film- und Kinobetrieb der Neunzigerjahre: Harvey und Bob Weinstein. Sie und ihre Firma Miramax waren zwar nicht die Macher des Films, wohl aber die Erfinder des Phänomens "Sex, Lies and Videotape". Sie konfigurierten das System des unabhängigen Films neu. Sie deklarierten Art-Films als Smart-Films, und sie kultivierten einen extrem aggressiven Ansatz beim Aufstöbern und Vermarkten ihrer Filme. In dieser Hinsicht waren sie auch die Paten von "Pulp Fiction", die Herolde von "The Crying Game" und die Oscar-Abräumer von "Shakespeare in Love".

  Waren die Siebzigerjahre das Jahrzehnt der Regisseure gewesen, so waren die Neunziger das der Verleiher.


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