Zweiklassenmedizin?!

STEFAN LÖFFLER | Extra | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

GESUNDHEIT Jörg Blech zeigt, warum sich mündige Patienten gegen Untersuchungen und Behandlungen entscheiden dürfen. 

Wenn, wie in Österreich alle Jahre wieder, die Angst umgeht, dass die vermeintlich bestmögliche Gesundheitsversorgung nicht allen Versicherten zuteil wird, lachen sich Ärztevertreter und Pharmaindustrie ins Fäustchen. Dann ist es ihnen wieder gelungen, die Mär von der Zweiklassenmedizin unters Volk zu bringen. Die Mär, dass es die neuesten und teuersten Therapien und Präparate sind, die am besten heilen und vorbeugen, weshalb die happy few, die es sich dank Zusatzversicherungen oder aus eigener Tasche leisten können, am gesündesten sind.

  Tatsächlich verläuft die Grenzlinie an ganz anderer Stelle. Die Patienten zweiter Klasse sind nicht jene, die zu wenig medizinische Versorgung erhalten, sondern jene, die alles mit sich geschehen lassen. Mündige Patienten entscheiden sich oft gegen eine Untersuchung oder Behandlung - vorausgesetzt, sie finden und verfügen

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