"Eine Erzählung braucht Fleisch"

CHRISTIAN TEISSL | Steiermark Kultur | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

LITERATUR Der Grazer Autor Gabriel Loidolt ist ein konsequenter Alleingänger und Erzähler jenseits aller Moden. Sein neuer Roman "Die irische Geliebte" besticht durch atmosphärische Dichte. Ein Werkstattgespräch. 

Gabriel Loidolt, Jahrgang 1953, ist einer der wichtigsten österreichischen Erzähler. Mit dem Roman "Hurensohn", der wie schon seine ersten beiden Bücher ("Der Leuchtturm" und "Levys neue Beschwerde") ins Französische übersetzt und 2003 von Michael Sturminger erfolgreich verfilmt wurde, ist ihm sein bislang größter Wurf gelungen: der Durchbruch zu einem magischen Realismus individueller Prägung. Nun liegt sein neuer Roman "Die irische Geliebte" vor, erschienen im Leipziger Reclam-Verlag. In wenigen, grafisch verdichteten Bildern und in einer glasklaren, geradezu klassisch schlichten Sprache wird darin eine Liebesgeschichte erzählt, die sich im Spannungsfeld von Nähe und Distanz, Heimat und Fremde, Gegenwart und Vergangenheit entfaltet. Der Falter traf den Autor zu

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