Sezier-Klavier

KARIN CERNY | Extra | aus FALTER 42/05 vom 19.10.2005

MOUVEMENTS FÜR LACHENMANN Der französische Tanzphilosoph Xavier Le Roy erkundet in einem inszenierten Konzertabend die Theatralität der Musik Helmut Lachenmanns. 

Hände sehen plötzlich wie Füße aus, während sich die Füße wie Hände bewegen und dabei wie Flügel aussehen. Wo oben war ist auf einmal unten, und überhaupt ist es schwer zu sagen, wen oder was man eigentlich gerade auf der Bühne sieht. Ist es ein zappelndes Insekt, ein Embryo, eine abstrakte Skulptur, ein Zitat von diversen Bildern, die wir aus der Kunstgeschichte kennen?

  Xaviers Le Roys Solo "Self-Unfinished" aus dem Jahr 1998 ist mittlerweile so etwas wie ein zeitgenössischer Tanzklassiker - er schickte den menschlichen Körper auf eine Tour de Force der Metamorphosen. In diesem bahnbrechenden Solo hat sich Le Roy nahtlos in eine Vielzahl von Wesen, Skulpturen und Körperbildern verwandelt und ist, wie er es selbst beschreibt, "zwischen normalen und absonderlichen Zuständen" gependelt. Kaum meinte man, etwas

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